Sie gibt uns Nahrung.
Alle unsere Nahrungsmittel stammen aus der Natur. Kulturpflanzen und Haustiere stammen von wildlebenden Arten ab. Sie wurden nach den Bedürfnissen des Menschen weitergezüchtet. Nur wenn die wildlebenden Arten erhalten bleiben und sich in der Natur entwickeln können, kann bei neuen Züchtungen auf die Eigenschaften der Wildpflanzen, zum Beispiel bei Resistenz gegen Krankheiten, zurückgegriffen werden.
Sie macht uns gesund.
Seit Jahrtausenden verwenden Menschen pflanzliche Heilmittel. Doch auch in der modernen Medizin sind pflanzliche Heilmittel unentbehrlich. Die 20 meistverwendeten Arzneimittel in den USA basieren beispielsweise auf Substanzen, die ursprünglich aus Naturprodukten extrahiert wurden, etwa das Aspirin, das ursprünglich aus der Rinde der Silberweide gewonnen wurde. Mit jeder Pflanze, die ausstirbt, verschwindet ein mögliches Heilmittel.
Sie schützt die Böden vor Erosion.
Mit ihren Wurzeln verankern sich die Wiesenpflanzen im Boden und halten diesen gleichzeitig zusammen. Jede Pflanzenart hat einen bestimmten Typ Wurzel und eine bestimmte Wurzeltiefe im Boden. Je vielfältiger die Artenzusammensetzung einer Wiese ist, desto besser ist der Zusammenhalt des Bodens und somit dessen Schutz vor Erosion und Rutschungen.
Sie tut uns gut.
Die natürliche Vielfalt an Formen, Farben, Düften und Geräuschen bereichert unsere Erlebniswelt. Sie macht unsere Landschaft zu einem Ort der Erholung, Genesung und der Inspiration. Der Tourismus lebt von diesem Reichtum.
Sie sorgt vor.
Wofür wir eine bestimmte Art brauchen, merken wir oft erst, nachdem sie ausgestorben ist. Die Erhaltung der Biodiversität funktioniert wie eine Versicherung. Bei einer Hausratsversicherung weiss man auch nicht im Voraus, ob und für was man sie braucht. Tritt aber ein Schadenfall ein, ist man froh, dass man sie hat.
Sie spart uns sehr sehr viel Geld.
Ohne Tier- und Pflanzenarten müssten wir diese Dienstleistungen mit technischen Lösungen erbringen. Ökonomen haben errechnet, dass dies weltweit jedes Jahr 33 Billionen US-Dollar kosten würde. Allein der wirtschaftliche Wert der Bestäubung von Kulturpflanzen durch Bienen und Hummeln wird weltweit auf 29 bis 74 Milliarden Euro geschätzt. Der Weltmarktwert von Medikamenten, die aus Wirkstoffen in Pilzen, Bakterien, Pflanzen oder Tieren entwickelt wurden, beläuft sich schätzungsweise auf 80 bis 160 Milliarden Franken.
In einer Handvoll Boden kommen einige Hunderttausend Arten vor – die meisten von ihnen sind Mikroorganismen. Weil diese so winzig sind hat die Wissenschaft bis heute nur wenige Gruppen von Bodenlebewesen genauer untersucht. Immer mehr Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Bodenorganismen bei einem Grossteil der Ökosystemleistungen direkt oder indirekt beteiligt sind. So tragen sie entscheidend zur Bodenfruchtbarkeit bei und bilden daher die Grundlage der Nahrungsmittelproduktion.
