Einige wichtige Lebensräume in der Schweiz

  • Gebirgs-Nadelwälder In grösserer Höhe können sich nur Baumarten halten, welche an eine kurze Vegetationsperiode und kühlfeuchtes Klima angepasst sind. Dabei handelt es sich vorwiegend um Nadelholzarten wie die Rottanne, Weisstanne, Lärche, Arve und Bergföhre. Diese Wälder bilden vielmals lückenhafte Bestände, weshalb es auch lichthungrigen Arten möglich ist, im Unterholz zu gedeihen.

  • Fliessgewässer bilden ein Netz durch verschiedene Lebensräume und Landschaftsstrukturen hindurch und stehen in enger Verbindung zu ihren angrenzenden Ökosystemen. Die Pflanzen und Tiere dieses Lebensraumbereiches haben sich den speziellen Strömungsbedingungen angepasst. Viele von ihnen reagieren sehr empfindlich auf vom Menschen verursachte Veränderungen wie Verbauung und Überdüngung.

  • Hochmoore entstehen auf permanent nassen Böden. Abgestorbenes Pflanzenmaterial kann so nicht vollständig abgebaut werden und sammelt sich im Laufe der Zeit an. Torf entsteht und das Hochmoor wächst in die Höhe. Hochmoore sind sie sehr nährstoffarme Standorte. Die Pflanzen- und Tierwelt ist nicht sehr vielfältig, aber an die extremen Bedingungen sehr gut angepasst.

  • Fromentalwiesen sind leicht gedüngte und jährlich 2 bis 3 Mal geschnittene Wiesen. Sie beherbergen mehr als 40 verschiedene Pflanzenarten wie Wiesen-Pippau, Margerite, Wiesen-Salbei, Witwenblume, Wiesen-Bärenklau und Rotklee. In der traditionellen Landwirtschaft diente die Fromentalwiese zur Produktion von Grünfutter und bildete aufgrund ihrer grossen Verbreitung sozusagen das Gesicht der Schweiz. Seit Anfang dieses Jahrhunderts wurden die vielfältigen Blumenwiesen jedoch meist in Äcker und artenarme Intensivwiesen umgewandelt.

  • Trockenwiesen und -weiden finden sich meist auf durchlässigen, sonnigen und mageren Hanglagen. Sie sind entweder durch extensive, menschliche Nutzung oder auf natürliche Weise entstanden. Oft sind wärmeliebende Trockenrasen sehr artenreich und beherbergen viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten.

  • Zu den Feldkulturen zählen alle landwirtschaftlichen Kulturen, in denen krautige Nutzpflanzen angebaut werden (etwa Mais, Weizen, Salat etc.). In der traditionellen Bewirtschaftung konnte eine ökologisch wertvolle Ackerbegleitflora aufkommen –beispielsweise Klatschmohn, Kornrade und Kornblume. Heute sind viele dieser typischen Arten gefährdet, denn in der modernen auf Ertrag ausgerichteten Bewirtschaftungsweise gibt es für die Begleitflora keinen Platz.

  • In Hochstammobstgärten stehen die Bäume weit auseinander und werden ziemlich gross. Tiere fühlen sich hier wohl, allerdings ist das Ernten aufwändig. Im Gegensatz dazu ist das Obst von Niederstammanlagen einfacher zu ernten. Weil dort aber nur Bäume einer oder weniger Sorten nah beisammenstehen, müssen sie intensiv gepflegt und gespritzt werden, Tiere hat es dort fast keine. In einem Hochstammobstgarten können bis zu 2400 Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Insbesondere für die Vögel sind sie ein wichtiger Lebensraum. In den Höhlen oder Astgabeln alter Bäume ziehen sie ihre Jungen auf.

  • Schuttfluren sind eine Landschaftsform in den Alpen und bestehen aus Ansammlungen von Lockergestein, das aus Felsabbrüchen heruntergefallen ist. Der lückige Untergrund ist für wirbellose Tiere wie Insekten und Spinnen ein wichtiger Rückzugsort. Auch Kriechweiden nutzen die teilweise Bedeckung von Geröll als Schutz gegen tiefe Temperaturen. Die Knospen und Triebe sind in den Lufträumen der Blöcke weniger den harten Frösten ausgesetzt.

  • Buchenwälder kommen oft auf mittleren Höhen von 800- bis 1600 Meter über Meer vor. Die abgefallenen Buchenblätter bilden einen Bodenbelag, auf dem wenig wachsen kann. Im Frühling können Zwiebel- oder Knollenpflanzen austreiben, die für blütenbestäubende Insekten wie die Hummeln sehr wichtig sind. Nach dem Laubaustrieb können sich im schattigen Unterholz nur spezialisierte Schattenpflanzen halten, die an grossflächigen Blättern zu erkennen sind.

  Landschaft unter Druck

Überblick
Detailzahlen

Mehr Lebensraum für die Vielfalt

Hecken schützen vor Winden und bieten Unterschlupf für grössere und kleinere Wildtiere.
Steinhaufen schaffen Schutz für Amphibien, Reptilien und Insekten.
Buntbrachen sind schön anzuschauen und ein Paradies für nützliche Insekten und Vögel.
Ein Hochstammobstgarten beherbergt viele Vögel und andere Wildtiere.
Blühstreifen locken Nützlinge an.
Trockenmauern dienen Reptilien und Insekten als Lebensraum.
Ackerrandstreifen geben der Landschaft ein buntes Gesicht und Wildblumen eine Zukunft.
  • Hecken schützen vor Winden und bieten Unterschlupf für grössere und kleinere Wildtiere.
  • Steinhaufen schaffen Schutz für Amphibien, Reptilien und Insekten.
  • Buntbrachen sind schön anzuschauen und ein Paradies für nützliche Insekten und Vögel.
  • Ein Hochstammobstgarten beherbergt viele Vögel und andere Wildtiere.
  • Blühstreifen locken Nützlinge an.
  • Trockenmauern dienen Reptilien und Insekten als Lebensraum.
  • Ackerrandstreifen geben der Landschaft ein buntes Gesicht und Wildblumen eine Zukunft.

Schonender Pflanzenschutz

In der Landwirtschaft leisten chemische Bekämpfungsmethoden einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Erträge und zu ihrer Qualität. Synthetische Pflanzenschutzmittel sind hoch wirksam gegen unerwünschte Kräuter, Insekten und Pilze auf den Feldern. Aber die Mittel haben schwerwiegende Folgen auf die Umwelt. Meistens gibt es schonendere Methoden.